USA: Neuer Gesetzentwurf zur Vereinheitlichung der Nahrungsergänzungsmittel-Regulierung
Der republikanische Kongressabgeordnete Nick Langworthy hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der die bundesstaatliche Aufsicht über Nahrungsergänzungsmittel stärken und einzelstaatliche Zusatzregulierungen verhindern soll.
Überblick
Am 4. Februar 2026 hat der republikanische Kongressabgeordnete Nick Langworthy (New York) den "Dietary Supplement Regulatory Uniformity Act" eingebracht. Dieser Gesetzentwurf zielt darauf ab, einen einheitlichen, wissenschaftsbasierten nationalen Standard für Nahrungsergänzungsmittel unter der Aufsicht der FDA zu etablieren und einzelstaatliche Zusatzregulierungen zu verhindern.
Hintergrund: Flickenteppich einzelstaatlicher Regelungen
In den letzten Jahren haben immer mehr US-Bundesstaaten eigene Regulierungen für Nahrungsergänzungsmittel eingeführt. Allein im Januar 2026 haben New Hampshire, Hawaii und Alaska Gesetzentwürfe vorgelegt, die den Verkauf von Gewichtsreduktions- und Muskelaufbauprodukten an Minderjährige verbieten würden.
Während New York bisher der einzige Staat ist, der ein solches Gesetz verabschiedet hat (in Kraft seit 22. April 2024), haben auch Kalifornien, Illinois, Maryland, Massachusetts, Michigan, New Jersey, Texas, Virginia und Washington aktive oder geplante Gesetzesinitiativen zu diesem Thema.
Kernpunkte des Gesetzentwurfs
Der "Dietary Supplement Regulatory Uniformity Act" würde:
- Die FDA als alleinige Behörde für Sicherheits-, Kennzeichnungs- und Marketingstandards für Nahrungsergänzungsmittel auf nationaler Ebene bestätigen
- Bundesstaaten daran hindern, zusätzliche oder widersprüchliche Anforderungen zu erlassen
- Einen Mechanismus bewahren, durch den Bundesstaaten bei der FDA Petitionen einreichen können, wenn sie legitime, evidenzbasierte lokale Bedenken haben
Unterstützung durch Branchenverbände
Mehrere nationale Handelsverbände haben den Gesetzentwurf befürwortet:
Consumer Healthcare Products Association (CHPA)
"Diese Gesetzgebung sichert einen einheitlichen, wissenschaftsbasierten nationalen Standard für Nahrungsergänzungsmittel und bietet die Klarheit, Konsistenz und das Verbrauchervertrauen, das die Amerikaner verdienen", erklärte Scott Melville, Präsident und CEO der CHPA.
Council for Responsible Nutrition (CRN)
Steve Mister, Präsident und CEO des CRN, betonte, dass der Vorschlag "Verbraucher vor verwirrenden und alarmistischen einzelstaatlichen Beschränkungen schützt, während verantwortungsbewusste Unternehmen weiterhin innovieren und sichere, hochwertige Produkte landesweit anbieten können."
Natural Products Association (NPA)
Daniel Fabricant PhD, Präsident und CEO der NPA, bezeichnete die Maßnahme als "entscheidende und längst überfällige Antwort auf die Übergriffe der Bundesstaaten" und betonte, dass "die Wiederherstellung der bundesstaatlichen Vorrangstellung der einzige Weg ist, um ein stabiles, wissenschaftsbasiertes regulatorisches Umfeld zu gewährleisten."
Kritik an einzelstaatlichen Initiativen
Der Council for Responsible Nutrition hat gewarnt, dass einzelstaatliche Maßnahmen "nicht auf einer wissenschaftlichen Risikobewertung basieren" und dass "peer-reviewed Forschung nicht die Vorstellung unterstützt, dass Nahrungsergänzungsmittel Essstörungen verursachen." Die Organisation argumentiert, dass Vorschläge zur Einschränkung rechtmäßiger, FDA-regulierter Produkte die Aufmerksamkeit von "den echten, komplexen Ursachen dieser ernsthaften psychischen Erkrankungen" ablenken könnten.
Bedeutung für die Branche
Für die Nahrungsergänzungsmittelindustrie würde ein einheitlicher nationaler Standard bedeuten:
- Reduzierte Compliance-Kosten: Unternehmen müssten nicht mehr unterschiedliche einzelstaatliche Anforderungen erfüllen
- Klarheit für den Handel: Einheitliche Regeln würden den zwischenstaatlichen Handel erleichtern
- Innovationsförderung: Ein stabiles regulatorisches Umfeld würde Produktentwicklung und Innovation unterstützen
- Verbraucherschutz: Konsistente Standards würden Verwirrung vermeiden und das Vertrauen stärken
Historischer Kontext: DSHEA
Nahrungsergänzungsmittel werden in den USA seit fast drei Jahrzehnten auf Bundesebene durch den Dietary Supplement Health and Education Act von 1994 (DSHEA) reguliert. Befürworter des neuen Gesetzentwurfs argumentieren, dass dieser Rahmen durch einzelstaatliche Initiativen untergraben wird und Compliance-Herausforderungen schafft, ohne den Verbraucherschutz zu verbessern.
Ausblick
Der Gesetzentwurf muss nun den legislativen Prozess durchlaufen. Angesichts der breiten Unterstützung durch Branchenverbände und der wachsenden Besorgnis über den "Flickenteppich" einzelstaatlicher Regelungen könnte er gute Chancen auf Verabschiedung haben. Die weitere Entwicklung wird von der Industrie und Verbraucherschutzorganisationen gleichermaßen aufmerksam verfolgt werden.
Quelle: NutraIngredients
*Hinweis: Diese Zusammenfassung dient Informationszwecken. Die dargestellten Studienergebnisse sind keine zugelassenen Health Claims. Für detaillierte Informationen konsultieren Sie bitte die Originalquelle.
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