EFSA veröffentlicht Tierschutz-Empfehlungen für Putenhaltung

Am 3. Februar 2026 hat die EFSA wissenschaftliche Empfehlungen zur Verbesserung des Tierwohls in der Putenhaltung veröffentlicht, die auch Auswirkungen auf die Qualität von Fleisch und tierischen Produkten haben könnten.

Am 3. Februar 2026 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine umfassende wissenschaftliche Stellungnahme zum Tierwohl von Puten in landwirtschaftlichen Betrieben veröffentlicht. Obwohl dieses Thema primär die Geflügelproduktion betrifft, hat es auch indirekte Relevanz für die Nahrungsergänzungsmittel-Industrie, insbesondere im Bereich tierischer Proteinquellen und Qualitätsstandards.

Hauptempfehlungen der EFSA

Die EFSA hat nach Auswertung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse folgende Kernempfehlungen ausgesprochen:

1. Platzbedarf und Besatzdichte - **Mindestfläche**: 0,49 m² pro Tier bei 7 kg Körpergewicht - **Für schwere Puten**: 0,82 m² pro Tier bei 25 kg Körpergewicht - **Begründung**: Ausreichend Platz für natürliches Verhalten und Bewegung

2. Einstreuqualität - **Trockene Einstreu**: Vermeidung von Fußballenerkrankungen - **Regelmäßiger Austausch**: Hygienische Bedingungen - **Materialauswahl**: Geeignete Substrate für Komfortverhalten

3. Umweltanreicherung - **Beschäftigungsmaterial**: Förderung natürlichen Futtersuchverhaltens - **Erhöhte Sitzstangen**: Ermöglichung artgerechten Ruheverhaltens - **Strukturierung**: Verschiedene Funktionsbereiche im Stall

4. Luftqualität - **Ammoniak**: Unter 10 ppm (parts per million) - **CO₂**: Unter 2000 ppm - **Begründung**: Vermeidung von Atemwegserkrankungen

5. Zucht und Genetik - **Fokus auf Beingesundheit**: Reduzierung von Skeletterkrankungen - **Ausgewogene Zucht**: Nicht nur auf Wachstumsrate fokussieren - **Langfristige Gesundheit**: Berücksichtigung von Wohlbefinden

6. Vermeidung von Eingriffen - **Kein Schnabelkürzen**: Wenn möglich vermeiden - **Kein De-Snooding**: Entfernung des Stirnlappens vermeiden - **Kein Zehenkürzen**: Nur in Ausnahmefällen

7. Lichtbedingungen - **Mindestintensität**: 10 Lux - **UV-A-Licht**: Bereitstellung für natürliches Sehvermögen - **Tag-Nacht-Rhythmus**: Ausreichende Dunkelperioden

Relevanz für die Nahrungsergänzungsmittel-Industrie

Obwohl Putenfleisch nicht direkt in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird, gibt es mehrere Verbindungen:

1. Tierische Proteinquellen Einige Nahrungsergänzungsmittel enthalten: - **Kollagen**: Aus Geflügel gewonnen - **Hyaluronsäure**: Kann aus Geflügelkämmen stammen - **Chondroitin**: Aus Knorpelgewebe - **Aminosäuren**: Aus tierischen Proteinen

2. Qualitätsstandards Verbesserte Tierhaltung kann zu: - **Höherer Produktqualität**: Gesündere Tiere, bessere Rohstoffe - **Weniger Kontaminationen**: Reduziertes Infektionsrisiko - **Nachhaltigere Produktion**: Umweltfreundlichere Prozesse

3. Verbrauchererwartungen Moderne Verbraucher legen zunehmend Wert auf: - **Tierwohl**: Auch bei Rohstoffquellen - **Transparenz**: Herkunft und Produktionsbedingungen - **Ethische Standards**: Verantwortungsvolle Beschaffung

Auswirkungen auf die Lebensmittelkette

Für Geflügelproduzenten: - **Investitionen**: Umbau von Ställen erforderlich - **Betriebskosten**: Höhere laufende Kosten - **Produktionseffizienz**: Möglicherweise geringere Besatzdichten

Für Verarbeiter: - **Rohstoffqualität**: Potenziell bessere Fleischqualität - **Rückverfolgbarkeit**: Dokumentation der Haltungsbedingungen - **Zertifizierung**: Tierwohl-Labels und Standards

Für die Supplement-Industrie: - **Rohstoffbeschaffung**: Auswahl von Lieferanten mit hohen Tierwohl-Standards - **Marketing**: Kommunikation ethischer Beschaffung - **Kosten**: Möglicherweise höhere Rohstoffpreise

Regulatorische Perspektive

Die EFSA-Empfehlungen könnten zu: - EU-Gesetzgebung: Überarbeitung der Tierschutzrichtlinien - Nationale Umsetzung: Länderspezifische Regelungen - Kontrollen: Verstärkte Überwachung der Einhaltung

Internationale Vergleiche

EU vs. andere Regionen: - **EU**: Tendenziell strengere Tierschutzstandards - **USA**: Weniger einheitliche Regelungen - **Asien**: Stark variierende Standards

Fazit für die Supplement-Branche

Auch wenn Tierwohl in der Putenhaltung nicht direkt Nahrungsergänzungsmittel betrifft, zeigt es wichtige Trends:

1. Ganzheitliche Qualität: Verbraucher interessieren sich für die gesamte Produktionskette 2. Ethische Beschaffung: Zunehmende Bedeutung von Tierwohl-Standards 3. Transparenz: Notwendigkeit offener Kommunikation über Rohstoffquellen 4. Nachhaltigkeit: Integration von Umwelt- und Tierschutzaspekten

Hersteller sollten: - Lieferanten prüfen: Tierwohl-Standards in der Beschaffung berücksichtigen - Zertifizierungen: Relevante Labels und Standards einhalten - Kommunikation: Transparenz über Rohstoffherkunft schaffen - Innovation: Alternative, pflanzliche Rohstoffe in Betracht ziehen

Die EFSA-Empfehlungen sind Teil eines größeren Trends zu höheren Qualitäts- und Ethikstandards in der gesamten Lebensmittelkette, der auch die Nahrungsergänzungsmittel-Industrie betrifft.

*Hinweis: Diese Zusammenfassung dient Informationszwecken. Die dargestellten Studienergebnisse sind keine zugelassenen Health Claims. Für detaillierte Informationen konsultieren Sie bitte die Originalquelle.